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Ein SCHLAG aus heiterem Himmel?

 Nein, ein Schlaganfall kündigt sich meist an. Eine sogenannte TIA (transitorisch ischämische Attacke), oder in südlichen Gegenden, auch "Schlagerl" genannt, sind die Vorboten eines Schlaganfalles. Meist dauern die Symptome nur Sekunden oder Minuten und sind danach wieder verschwunden. Das verleitet dann dazu, dass man es nicht ernst nimmt und es als Lapalie ansieht. 


Ich hatte vor meinen Schlaganfällen selbst so eine TIA, die ich falsch deutete und ihr keine Beachtung schenkte. Meine Sprache war während einer Feier für einige Minuten vollkommen weg. Am nächsten Tag wies mich meine Frau darauf hin, doch ich wollte es nicht wahrhaben, da ich es selbst ja nicht merkte. Schon nach Tagen war es vergessen und ich maß dem Ereignis keine Bedeutung mehr zu.

Sechs Monate später war es dann so weit, dann kam der Schlaganfall, der sich ja vorher schon andeutete. Vielleicht hätte ich den Schlaganfall verhindern können, wenn ich ärztlichen Rat in Anspruch genommen hätte. 

Daher kann ich nur dringend raten, auf Veränderungen, besonders auf Symptome eines Schlaganfalles zu reagieren. Und das soll nicht heißen, gelegentlich zum Arzt zu gehen, sondern eine TIA bzw. ein "Schlagerl" als medizinischen Notfall zu sehen und danach zu handeln.

Das eindeutigste Symptom eines Schlaganfalles sind Lähmungen, die besonders auffällig sind. Die plötzliche Schwäche oder Bewegungsunfähigkeit von Muskeln oder auch Muskelgruppen (z.B. einer Hand oder einer Gesichtsseite) sind eindeutige und ernstzunehmende Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Die Auswirkungen können sehr unterschiedlich sein, der betroffene Teil kann kribbeln, oder es fühlt sich an, als würde es nicht zu einem gehören. Auch das Empfinden, der Körperteil ist schwer wie Blei, kommt vor. Schwierigkeiten mit der Zunge, die nach einer Seite rutscht und auch Schluckstörungen sind eindeutige Symptome. Häufig kommt es auch zu einer Lähmung der Gesichtsmuskeln, so dass der Mundwinkel oder ein Augenlid herab hängt.

Sehstörungen der unterschiedlichsten Art gehören auch zu den Vorboten eines Schlaganfalls. Es kann sein, dass ein Auge vorübergehend erblindet oder es zu Einschränkungen des Gesichtsfeldes kommt. Dabei verdunkeln sich die Randbereiche des Blickfeldes. Aber auch ein Flimmern vor den Augen, das beim Bewegen es Auges mitwandert, ist möglich.

Etwas schwieriger wird es bei der Einschätzung von Sprachstörungen, da diese auch beim gesunden Menschen vorkommen können. Sprachstörungen sind z.B. eine undeutliche und verwaschene Sprache, aber auch Wortfindungsstörungen, wie das Vergessen von einzelnen Begriffen.

Ein Schwindel ist ein sehr häufiges Symptom, der jedoch sogar für Ärzte schwierig zu deuten ist, da er bei sehr vielen Gesundheitsstörungen vor kommt. Eine einfache Erkältung kann einen Schwindel erzeugen. Auch ältere Menschen leiden unter Schwindel, ohne dass eine ernsthafte Erkrankung vorliegt. Für die Ursachenfindung ist die Heftigkeit und die Dauer ein brauchbarer Hinweis.

Sollte sich ein sehr heftiger oder ungewöhnlicher Kopfschmerz einstellen, dann muss es heißen: "Sofort zum Arzt!", da dieser ein Hinweis auf eine gefährliche Hirnblutung sein kann.
Ernst nehmen sollte man auch wenn der Kopfschmerz nicht so stark ist, dafür aber ungewöhnlich. Besonders dann, wenn Übelkeit und Erbrechen hinzu kommt oder der Nacken sich versteift. 

Wichtig ist, dass bei allen Symptomen die auf eine TIA bzw. "Schlagerl" schließen lassen, sofortige Hilfe in Anspruch genommen wird. Denn nicht nur der Schlaganfall, auch eine TIA ist ein medizinischer Notfall. Und das bedeutet: 112 wählen.

Nehmen Sie bitte die genannten Symptome nicht auf die leichte Schulter, Sie ersparen sich und Ihren Angehörigen viel Kummer und Leid.


Willi Daniels

   

Über uns

INSULTHILFE E.V. versucht, Schlaganfallpatienten und deren Angehörigen durch Bereitstellung von Informationen und Plattformen den Alltag und somit auch die soziale Teilhabe zu verbessern.

Der Gründer von INSULTHILFE E.V., Willi Daniels, erlitt mit 48 Jahren einen Schlaganfall und setzt sich seitdem für Betroffene ein, versucht mit Initiativen und Projekten Hilfe zu leisten. 2001 wurde ihm für sein Engagement im Kampf gegen den Schlaganfall der Ehrenamtpreis der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe verliehen. Im Jahre 2000 rief er die Initiative "Handy als mobile Notrufsäule" ins Leben und 2002 "Computer für den Schlaganfall". 2005 (bis 2013) erfolgte die Berufung in den Stiftungsrat der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Zudem ist er Mitglied der Konsensusgruppe der S3 Leitlinie "Sekundärprophylaxe des Schlaganfalls.

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